Warum kann Entspannung so schwierig sein?
Aktualisiert: 23. Sept.

Vielleicht, weil sie nicht mit einem Fingerschnipsen einfach da ist.
Vielleicht ist Entspannung auch ein Übungsfeld.
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Yogastunde.
Die Yogalehrerin sagte:
„Und jetzt legt ihr euch hin. Macht es euch gemütlich und atmet.“
Ähm … ja.
Für meinen Körper war das alles andere als gemütlich.
Mein Nervensystem ist ziemlich Amok gelaufen.
Still liegen?
Nichts tun?
Atmen?
Mein Körper kannte das nicht.
Heute ist das anders.
Wenn ich bei einem Seminar bin und jemand sagt:
„Und jetzt macht es euch für eine Meditation auf der Matte gemütlich", ist das mit einer der schönsten Momente für mich.
Mein Körper weiß inzwischen, was kommt.
Er kennt diesen Zustand.
Er hat gelernt:
Hier muss ich nichts tun.
Hier darf ich loslassen.
Hier bin ich sicher.
Und das ist nicht passiert, weil ich irgendwann den perfekten Entspannungstrick gefunden habe.
Es war ein Weg.
Ich habe es immer wieder gemacht.
Immer wieder meinem Körper die Erfahrung gegeben, dass es auch okay ist, nichts zu tun.
Und vielleicht dürfen wir genau das viel mehr verstehen:
Wir dürfen bewusst Dinge in unser Leben holen, von denen wir wissen, dass sie uns guttun.
Nicht, weil wir damit jedes Mal sofort einen Schalter umlegen können.
Sondern weil wir unserem Körper immer wieder die Möglichkeit geben, eine neue Erfahrung zu machen.
Entspannung ist vielleicht nicht etwas, das ich einfach können muss.
Vielleicht ist sie etwas, das ich üben darf.
Und was ist, wenn die Dinge, von denen ich weiß, dass sie mir guttun, an manchen Tagen trotzdem nicht funktionieren – wie gehe ich dann mit mir um?
Darum geht es im nächsten Blog.



